Vom höchsten Berg ins tiefste Tal
Die Vorzeichen auf diese Saison: ungewiss. Eine der einflussreichsten Positionen im Vollyballspiel, die des Passeurs, musste gleich doppelt neu besetzt werden. Mit Chrigu und Märsu verliessen zwei sehr erfahrene Passeure unser Team. Mit Livio (2008) und Anthony (2008) traten zwei junge, aber talentierte Passeure in die Fusstapfen von Chrigu und Märsu. Dass dies nicht ganz ohne Probleme durch die Saison führen würde, war uns im Vorhinein klar. Ich blicke mit diesem Bericht gerne auf die vergangenen 6 Monate zurück, und streiche gerne einige Highlights und Lowlights heraus :)
Season-end-stats VBC Münchenbuchsee Herren 1
Rang: 6
Punkte: 27
Siege: 9
Niederlagen: 11
Satzquotient: 34:41
Punktequotient 1688:1656
Schweizercup: Runde 6
Der Start
Ab ins Ungewisse. Gegen Volley Oberdiessbach startete unsere 1. Liga Saison mit den beiden neuen Passeuren. Es war eine stabile, wenn auch nicht überragende Leistung. Trotzdem gewannen wir souverän mit 3:0. Im darauffolgenden Spiel gegen u60 Muristalden, legten wir eine sehr reife Leistung an den Tag. Wir servierten sehr gut und waren im Angriff variantenreich und druckvoll. So kam u60 nie in Fahrt und wir gewannen auch das zweite Spiel mit 3:0.
Die Realität
Nach dem guten Start hat sich der ein oder andere durchaus berechtigte Hoffnungen auf eine geile Saison gemacht. Drei 0:3 enttäuschende Niederlagen gegen VB Therwil, VBC Thun und Nidau Volley warfen uns zurück auf den harten Boden der Realität. Es war nicht nur die Art und Weise, wie wir die Spiele auf dem Feld verloren haben, sondern auch die Art und Weise wie wir vor, während und nach dem Match aufgetreten sind. Unsere Leistung, unser Auftreten unser Einsatz war schlicht und einfach noch nicht reif genug, um einen guten Gegner zu fordern.
Die Schmach
Nach einem 3:0 im Cup gegen das Zweitliga-Team aus La Chaux-des-Fonds und einem 3:0 gegen das Tabellenschlusslicht Volley uni Bern kam der absolute Tiefpunkt. Im Heimspiel gegen den VBC Porrentruy, welches in der letzten Saison wohl aufgrund dessen geografischer Lage (mit Rang 11 waren sie eigentlich auf einem direkten Abstiegsplatz) in der 1. Liga verbleiben durfte, blamierten wir uns vor Heimkulisse mit einer 2:3 Niederlage. Es sollten bis zum Saisonende die einzigen Punkte bleiben, welche Porrentruy gewann. Zugegeben, unser Gegner hat definitiv einen Sahnetag erwischt, aber das entschuldigt unsere eigene Leistung nicht. Es fehlte an allen Ecken an Qualität, auf dem Feld herrschte Stimmung wie auf einem Friedhof und vor allem fehlte es an Bereitschaft, alles auf dem Feld zu geben, um jeden Punkt zu gewinnen. Der Talboden wurde damit definitiv erreicht.
Die Cuphighlights
Aus diesen Partien zogen wir unsere Lehren. Es folgten bessere Auftritte bei der 1:3 Niederlage gegen VBC Uni Bern und bei den 3:1 Siegen gegen Volley Muri Bern und gegen Volero Aarberg. Wobei auch das Spiel gegen Volero Aarberg kein volleyballerischer Leckerbissen war. Dennoch zeigten wir uns kämpferischer und auch gewillt, auf dem Feld zu arbeiten. Das Cupspiel gegen den VBC Andwil-Arnegg gab wieder etwas mehr Mut. In der Fremde nutzten wir die gute Stimmung der angereisten Andwiler Fans, um Mal wieder eine Kostprobe unseres Könnens abzuliefern. Wir lieferten uns ein sehr enges Duell mit den St.Gallern. Mit starken Aktionen im Service, im Block, im Angriff und in der Defense konnten wir alle 3 Sätze knapp für uns entscheiden und mit einem 3:0 in die nächste Runde einziehen. Dort wartete ein altbekannter Gegner. Wir baten in unserer heimischen Bodenackerhalle den VBC Aeschi zum Tanz. Das Team, welches letzte Saison den erfolgreichen Aufstieg in die NLB geschafft hat und die aktuelle Saison auf Rang 4 abschloss, war also haushoher Favorit. Wir hatten nichts zu verlieren, es ging einfach nur darum, ein geiles Spiel zu zeigen und für jeden Ball zu fighten. Wir wussten alle, dass wir viel Druck auf den Gegner ausüben müssen, um überhaupt in irgendeiner Form eine Chance zu haben. Als hätte es diesen Schalter gebraucht, waren wir alle mit einer anderen Präsenz auf dem Feld als sonst. Wir gewannen Satz 1 mit einer sehr überzeugenden Leistung 25:20. Nach dem gewonnenen ersten Satz fehlte aus irgendwelchen Gründen plötzlich etwas die Lockerheit. Wir wollten zu viel, und als es nicht funktionierte, fielen wir auseinander. Aeschi zerpflückte uns in alle Einzelteile und zeigte uns den Klassenunterschied deutlich auf. Mit 7:25 verloren wir Satz 2. Mit der Einstellung, dass wir mit dem gewonnen ersten bereits mehr erreicht haben, als wir gedacht haben, konnten wir Satz 2 abhaken und wieder etwas entspannter einfach Volleyball spielen. Denn das können wir. Und wie! In einem regelrechten Krimi sicherten wir uns den dritten Satz mit 25:23! So nah und doch so fern, denn Aeschi war nun gewarnt. Das NLB-Team erhöhte in Satz 4 und 5 den Druck noch einmal. Da wir nur phasenweise mithalten konnten, verloren wir Satz 4 mit 17:25 und Satz 5 mit 8:15. Trotz der Niederlage war es die einsame volleyballerische Bergspitze in unserer Saison.
Die Enttäuschungen
Man könnte meinen, das Cupspiel hat uns aufgezeigt, wozu wir fähig sind. Zurück in der Meisterschaft, zurück bei alten Gewohnheiten. Fahrlässige Fehler, katastrophale Serviceleistungen, fehlende Stimmung. Gegen Volley Oberdiessbach 0:3, gegen u60 Muristalden 1:3 und gegen VB Therwil 0:3 kassierten wir gleich drei Niederlagen in Serie. Und das direkt nach dem besten Spiel der Saison.
Der Abschluss
Die muntere Berg- und Talfahrt geht auch im Saisonendspurt weiter. Tatsächlich schafften wir es doch noch, in der Meisterschaft mehrere gute Leistungen aneinanderzureihen. Gegen Nidau Volley 3:2, Volley Uni Bern 3:2, VBC Uni Bern 3:1 und VBC Porrentruy 3:1 gelangen uns 4 Siege in Serie. Es war nicht alles perfekt, aber wir fanden stets eine Lösung. Ein 0:3 gegen ein starkes Volley Muri Bern, eine sehr schwache Leistung gegen ein bescheidenes Volero Aarberg (1:3) zeigte uns aber wieder gnadenlos auf, in welchen Sphären wir uns in dieser Saison bewegten: im Mittelmass. Der letzte Match der Saison gegen den VBC Thun stellte für uns die Möglichkeit dar, mit einer guten Leistung diese Saison abschliessen zu können. Zusätzlich war es der letzte Match von Dario, der seine Volleyballkarriere nach 23 Saisons beendete. Mit vielen starken Aktionen kämpften wir bis zum letzten Punkt, mussten uns in der Endabrechnung 2:3 geschlagen geben. Es war ein würdiger Abschluss, auch wenn das Tüpfelchen auf dem I fehlte.
Danke Dario, für die vielen schönen Momente mit dir! <3 Du wirst uns fehlen (wenn auch nicht namentlich😆)